Pflanze des Monats: Februar

Córylus avellána, Gemeine Haselnuss
Coryláceae, Haselnussgewächse

Habitus

Haselnussstrauch mit wenig Blüten

Erscheinungsbild

mit blühenden Kätzchen

Blüte

Noch nicht voll aufgeblühte Kätzchen;
weibliche Blüten an der Basis

Blüte

Blühende Kätzchen

Blüte

Kätzchen und weibliche Blüte

Weibliche Blüte

Rote, fädige Narben noch nicht in
voller Länge

Weibliche Blüte

Nur die roten, fädigen Narben
treten in Erscheinung

Steckbrief:

Die Gemeine Haselnuss ist ein bis zu 6 m hoch werdender Strauch oder in seltenen Fällen auch ein bis zu 9 m hoch werdender Baum. Er ist ein ausgesprochener Frühblüher und blüht von Februar bis April. Seine gelblich-grünlich blühenden, männlichen Kätzchen fallen an Waldesrändern und in Parkanlagen im Vorfrühling ins Auge. Die weiblichen Blüten sind nur bei näheren Hinschauen zu erkennen. Die Blüten bleiben in der Knospe versteckt und nur die roten fädigen Narben kommen zum Vorschein. Die Blätter sind länglich eiförmig, zugespitzt und der Blattrand ist doppelt gesägt. Die Frucht, eine Nuss, ist von einer glockenförmigen Fruchthülle, die einen zerrissenen gezähnten Rand aufweist, umgeben.

Die Gemeine Haselnuss ist eine bedeutende allergene Pflanze!!!

Details:

Lebensform: Sommergrüner Strauch, sehr selten 9 m hoher Baum. An der Stammbasis der Haselnuss entstehen Schösslinge, die im ersten Jahr mehrere Meter hoch werden können und sich erst im zweiten Jahr verzweigen und noch später sich zur Seite biegen. Diese Schösslinge geben der Haselnuss den strauchförmigen Wuchs. Der Strauch wird etwa 5 - 6 m hoch. Die Haselnuss bildet keine Borke aus. Die Rinde ist glatt, glänzend und graubraun. Im Alter bekommt die sie Längsrisse. Charakteristisch sind die querstehenden, hellen Lentizellen (Korkporen), die auf der Rinde sitzen.

Blüte: Die Haselnuss ist eine einhäusige Pflanze. Die männlichen Kätzchen werden schon im Vorjahr angelegt. Zur Blüte streckt sich die Blütenachse und entlässt die reifen Pollen (etwa 2 Mio. Pollenkörner pro Kätzchen), die vom Wind fortgeweht werden (Windblütigkeit / Windbestäubung). Die 8 - 12 blütigen weiblichen Blütenstände bleiben von der Knospe umschlossen. Es ragen nur die roten, fädlichen Narben aus der Knospe. Die Blütenknospen sind kaum von den Laubknospen verschieden.
Blütezeit: Ausgeprägter Frühblüher: Februar bis April, lange vor Laubaustrieb.

Blätter: Die Blätter stehen zweizeilig wechselständig an den Trieben, an aufrechten Trieben jedoch spiralig. Das Blatt ist rundlich bis herzförmig und läuft in eine kurze Spitze aus. Der Blattrand ist grob doppelt gesägt. Das Blatt ist 7 - 13 cm lang und 6 - 10 cm breit. Die Blattoberseite ist zerstreut behaart und deutlich dunkler als die Unterseite.

Früchte: Nussfrucht umgeben von einer Fruchthülle, die glockenförmig ist und einen gerissen gezähnten Rand aufweist. Die reifen Früchte fallen zur Erde (Plumpsfrüchte). Die Nüsse werden von Kleinsäugern Eichhörnchen, Haselmäuse...) und Vögeln (Kleibern und Hähern) verbreitet. Diese Tiere nutzen die Nüsse als Nahrung, durch vergessene Nahrungsverstecke und verlorene Nüsse sorgen sie gleichzeitig auch für die Ausbreitung der Samen. Fruchtreife: September / Oktober

Verbreitung: Krautreiche Laubwälder, an Waldrändern und Feldhecken. Die Gemeine Haselnuss gedeiht bevorzugt auf feuchten, gut durchlüfteten, warmen und neutralen bis alkalischen Böden mit hohem Humusgehalt.

Wissenswertes: Trotz Windbestäubung zählt die Haselnuss zu den wichtigsten Pollenlieferanten für Bienen. Die Haselnuss ist ein Symbol für Leben und Fruchtbarkeit. Im antiken Rom war die Haselnuss ein Friedenssymbol. Der Haselnuss wurde und wird die Eigenschaft zugeschrieben, Kraftströme fließen zu lassen. Daher werden Haselnussruten als Wünschelruten verwendet. Die Haselnuss ist aber auch Sinnbild für Wollust. Nüsse wurden mit Sexualität und Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht. Die Redewendung "in die Haseln gehen" steht für ein Stelldichein. Volkssprüche wie " viel Hasel, viel Kinder ohne Vater" oder "der ist aus einer Haselstaude entsprungen" weisen auf den außerehelichen Charakter solcher Verbindungen hin. Die Haselnüsse haben schon bei Steinzeitkulturen einen hohen Stellenwert als Nahrungsmittel besessen. Aus germanischer Zeit ist überliefert, dass "Frau Haselin" nicht gefällt werden durfte. Heute stammen die Haselnüsse des Handels von den beiden südeuropäischen Arten Lambertnuss und Baumhasel.

Die Gemeine Haselnuss ist eine bedeutende allergene Pflanze!!!